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Karl-Heinz Köhler

Angebote - Karl-Heinz Köhler

Die Angebote zu 'Karl-Heinz Köhler - Halles Musikmaler' können Sie auch in der Galerie Zaglmaier in Halle (Saale) direkt ansehen. Wir haben Montags bis Freitags von 13:30 - 18:30 Uhr für Sie geöffnet.

Fast schon ein Händel-Altar

03.05.2009 20:07 Uhr | Aktualisiert 03.05.2009 22:46 Uhr
 
VON DETLEF FÄRBER
250 Jahre ist der Maestro Händel nun schon tot. Sein irdisches Weiterleben spielt sich seither in den unsichtbaren Sphären seiner Musik ab. Diese Sphären sichtbar zu machen und in immer wieder aufs Neue faszinierenden Bildern festzuhalten, ist seit Jahrzehnten der Job, die Passion und die schier unangefochtene Spezialität des Hallensers Karl-Heinz Köhler.

HALLE/MZ. 

Mehr als nur Perückenträger

Und so ist es auch kein Wunder, dass der von den Medien gern als "Musikmaler" apostrophierte Künstler vor dem Händel-Jubiläumsjahr und auch nun, an dessen Beginn wieder ein besonders umfangreiches Pensum zu bewältigen hat. Herausgekommen ist eine ganze Serie von Gemälden - quasi als Angebot für den bildkünstlerischen Aspekt der Händel-Ehrung. Im Mittelpunkt dieser neuen Werke steht ein Triptychon, das man fast schon als Händel-Altar bezeichnen möchte. Köhler verherrlicht darauf das Musizieren in mitreißenden, ja furiosen Farbharmonien, die die dargestellten Klangkörper nur noch umrissartig erahnen lassen - nur um sie umgehend in Bildmusik zu verwandeln.

Eine für Köhler ganz neue Farbe, die bestens in jenes "Ganz in weiß" der Händelhaus-Dauerschau passen würde, ist eine monochrome Mischtechnik, die ein Musik-Ensemble zeigt. Und Köhlers Händel-Kopf, der bereits ein Plakat ziert, hat den Vorteil, dass sich - im Gegensatz zu manch anderem neu erworbenen Händel-Bild in Halle - nicht die halbe Stadt feixend fragt, wer denn bloß "dieser Perückenträger" sein soll.

Dass Köhler sich nicht nur der Klassik und dem Barock verpflichtet fühlt, beweist das Bild eines "Gratulanten", das der Meister kürzlich gemalt hat - mal nicht für Händel. Denn "Panik-Udo" Lindenberg, der nur geringfügig jünger ist als Köhler, gratuliert hier als Auftragswerk einem weiblichen Fan zum Geburtstag - und macht seinem Maler zugleich Ehre als Porträtist, der zwar hinter Fassaden schaut, aber auch die Fassade noch messerscharf ins Bild rückt.

Schau des Kunstvereins

Für die Präsentation dieser neuen Bilder braucht Köhler gleich mehrere Wände - besser gesagt bräuchte. Denn zeitgenössische Kunst zu Händel ist im Jubiläumsjahr mal wieder kaum vorgesehen. Genau genommen wohl nur in einem Teil jener Ausstellung, die der Hallesche Kunstverein demnächst im Opernhaus eröffnet. Dort werden neben Inszenierungsfotos und Bühnenmodellen zu Händel-Opern auch Grafiken und Gemälde hallescher Künstler gezeigt, die das Thema assoziativ aufgreifen. Dabei sein wird auch eins der neuen Bilder von Köhler - während ein anderes - das berühmte riesige "Händel-Panorama", das seit Jahren die Wand des Konzertfoyers füllt - in diesem Zusammenhang mitbetrachtet werden kann. Eine Chance, das neue Händel-Triptychon öffentlich zu zeigen, ist dagegen nicht in Sicht - bisher. Aber das Jubiläumsjahr ist ja noch lang ...

Ausstellung des Halleschen Kunstvereins bis 28. Juni im Opernhaus. Die Vernissage findet am 16. Mai, 15 Uhr, statt. Arbeiten von Köhler zum Thema Musik und Händel gibt es in der Galerie Stelzer und Zaglmaier (Große Steinstraße 57).