| Geschrieben von: Dr. Helmut Stelzer |
| Samstag, 20. September 2008 um 02:00 Uhr |
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Rede zur Ausstellungseröffnung „Karl-Heinz Köhler – Malerei (Halle- und Landschaftsbilder) am 20. September 2008 Nächstes Jahr feiert die Welt und wir besonders in Halle den 250. Todestag Georg Friedrich Händels. Die Händelfestspiele in Halle finden zu diesem Anlass unter Schirmherrschaft von Königin Elisabeth II und Bundespräsident Horst Köhler statt. In der Saalestadt erinnern zahlreiche originale Schauplätze – denkmalgeschützte Bauwerke – an das Wirken des berühmten Komponisten. Hier steht sein Geburtshaus (25. Februar 1685), im Dom wirkte er als Organist, in der Marktkirche am halleschen Marktplatz wurde er getauft. Es ist deshalb mehr als nur naheliegend, dass ein hallescher Maler, in unserem Fall der Künstler Karl-Heinz Köhler, uns bekannt als Musikmaler, sich mit seiner Liebe zu seiner Heimatstadt seit langem Motiven widmet, die an Georg Friedrich Händel erinnern. So ist diese Ausstellung, die wir heute eröffnen, zu verstehen, um in der bei Komponisten und Musikern gebräuchlichen Sprache zu sprechen, mit Variation zum Thema Marktplatz mit Marktkirche und anderem mehr. Diese geschaffen in einer Farben- und Formensprache, die auf starker, emotional bestimmter Expressivität und auf feinsinnig empfundener Musikalität basiert und sich gegenständlich und abstrakt in Einem zugleich zeigt. Wenn man nun meinte, was durchaus denkbar schiene, hier habe ein Künstler nach der Wende für sich den Trend der Zeit entdeckt, was z. B. Charakteristiken, wie „Musikmaler“ als Markenzeichen betreffen könnte, oder, dass er nunmehr einen Malstil entwickelt habe, der, ich benutze ausnahmsweise zur Erklärung mal den abgedroschenen Begriff „westlich modern“, im Interesse der Eigenwerbung arbeiten würde, der irrt und täte dem Künstler Karl-Heinz Köhler absolut unrecht. Richtig ist, Karl-Heinz Köhler hat bereits vor der Wende in den 80er Jahren als Musikmaler gewirkt – und da gab es bekanntermaßen noch keinen Markt im heutigen Sinne und überraschend: Karl-Heinz Köhler hat diese Bilder der 80er Jahre bereits im heutigen, so vertrauten Duktus, also wenn man so will, „westlich modern“ gemalt. Es gibt bei Köhler keinen Wendeknick in seinem künstlerischen Schaffen. Diese Bewahrung der Handschrift in Inhalt und Form ist schon etwas Besonderes. Ein Gemälde von 1986 zum Wirken des Philharmonischen Staatsorchesters Halle z. B. und aus der heutigen Zeit kann man inhaltlich und formal praktisch nur unterscheiden, wenn man sie unmittelbar nebeneinander betrachtet, weil man nur dann die Entwicklung als Reflektion auf die neue Zeit erkennen kann. Denn Stillstand gab es bei Karl-Heinz Köhler natürlich nicht. Der Musikmaler ist sich einfach nur treu geblieben. So ist es für uns als Galeristen auch möglich gewesen, den Bogen von der Barockzeit, in der Georg Friedrich Händel gelebt und gewirkt hat, bis zur Gegenwart dadurch zu spannen, dass wir die Bilder Köhlers so gehängt haben, wie es im 18. Jahrhundert durchaus üblich war, nämlich wandfüllend eng neben- und übereinander. Köhlers Arbeiten machen das mit und das überraschende ist, sie konkurrieren nicht untereinander, sondern sie steigern sich gegenseitig in ihrer künstlerischen Wirkung. So dicht bei dicht wie hier Köhlers Halle-Bilder hängen, zitierte die Mitteldeutsche Zeitung Herrn Zaglmaier, ist Halle ja selber auch gebaut. Für viele Kunstfreunde ist das nichts Neues – wer Kunst liebt und sammelt, weiß auch aus ganz anderen praktischen Gründen, dass eine Wand, wenn’s sein muss, durchaus mehr als nur ein Kunstwerk verträgt – und bei vielen zuhause sieht es deshalb so ähnlich aus, nur ist das Hängen von Arbeiten verschiedenster Künstler mit unterschiedlichen Handschriften nicht gerade einfacher. Zu Köhlers Kunst hat Detlef Färber in seinem Artikel in der gestrigen Mitteldeutschen Zeitung treffend geschrieben: „Seien es die Saale- und anderen Flusslandschaften, seien es Blicke zum Petersberg oder auch jene eher nicht identifizierbaren Impressionen von sehr konkreter hiesiger Natur – immer scheint es, als habe der Maler diesen meist halbwegs unberührten Tälern, Hügeln oder Ebenen ihre Melodien abgelauscht. Und Melodien haben sie alle - schließlich sind sie ja auch Händels Landschaften, die samt ihrem Klang Halles Genie ein Leben lang mit sich herumgetragen hat.“ Das Thema „Georg Friedrich Händel“ wird uns, den Künstler Karl-Heinz Köhler und die Galerie weiterhin begleiten. Im nächsten Jahr (2009) planen wir aus Anlass der Händel-Festspiele im Juni eine Kabinettausstellung mit Arbeiten Karl-Heinz Köhlers, die der Künstler speziell aus Anlass des 250. Jahres der Erinnerung an Georg Friedrich Händel geschaffen hat und schaffen wird. Aus diesem Anlass wird es im Juni 2009 eine Sonderausgabe der Galerie geben, eine Farblithografie des Künstlers mit einer Auflage von 60 Exemplaren zum bekannten Sonderpreis unserer Editions- und Jahresendgrafiken in Höhe von 60,- €. Bei Frau Zaglmaier liegt eine Bestellliste. Wer also jetzt schon möchte, kann sich heute bereits eine Grafik mit der Seriennummer 1 - 60 entsprechend Listenplatz sichern. Wir freuen uns, dass wir Karl-Heinz Köhler gewinnen konnten, seine wunderbaren, spontanen, erfrischenden und erbaulichen Arbeiten in dieser Ausstellung zu zeigen. Wir wünschen Ihnen bei der Betrachtung viel Freude und wir hoffen natürlich, dass wir für Prinz Charles und Camilla wenigstens 1 - 2 Gemälde zur Auswahl übrig behalten. Die Ausstellung ist damit eröffnet. Frau und Herr Zaglmaier, auch ich wünschen Ihnen das gleiche Vergnügen mit den Arbeiten des halleschen Künstlers, das wir nicht zuletzt seit Beginn der Auswahl der Gemälde für diese Ausstellung selbst persönlich hatten. Dr. H. Stelzer |




