Home Rezensionen Die neue Ausstellung in der Galerie Stelzer und Zaglmaier erinnert auch an den Maler Fritz Baust - und eine schwere Zeit.

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Geschrieben von: Detlef Färber, Mitteldeutsche Zeitung   
Samstag, 22. August 2009 um 00:00 Uhr

Hallesches Kultur-Urgestein

HALLE/MZ - Als Theatermann und als einen der führenden Köpfe in der Bildenden Kunst der Nachkriegszeit mag Fritz Baust alten Hallensern noch in Erinnerung sein. Grund genug für die Galerie Stelzer und Zaglmaier, dem 1982 verstorbenen Künstler drei Jahre vor seinem 100. Geburtstag schon mal eine Kabinett-Ausstellung zu widmen, um ihn dem voranschreitenden Vergessen zu entreißen.

Der gelernte Dekorations- und Kirchenmaler war als Innenarchitekt in Berlin tätig, bis es ihn gleich nach dem Krieg nach Halle verschlug. Dort drehte er sofort mit am großen Rad - war kurzzeitig Jugenddezernent bei der Stadt, bevor er Intendant des "Theaters der Jugend" wurde, wo er zugleich als Bühnenbildner und Schauspieler fungierte. Auch als Kabarettist ist Fritz Baust in jener Zeit aufgetreten. Später war er Mitbegründer der Künstlervereinigung "Die Fähre" und malte auch etliche großformatige Werke für den öffentlichen Raum. In seiner Rede zur Vernissage erinnerte der Chef des Halleschen Kunstvereins, Hans-Georg Sehrt, insbesondere an Arbeiten wie "Die Geschichte der Lokomotive", die lange den Durchgang des Hauptbahnhofs schmückte. Jetzt noch vorhanden ist die "Geologische Wand" im Salinemuseum. Im vorgerückten Alter zog Baust in die Nähe von Berlin, wo er dann auch gestorben ist. Sehrt schilderte Fritz Baust auch mit den Worten von Zeitzeugen als humorigen Mann und als glänzenden Erzähler, der in schwierigen Zeiten auch immer mal wieder Courage bewiesen haben soll.

Gemeinsam mit der Schau "Zerstöre das Letzte, die Erinnerung, nicht" mit Zeichnungen und Druckgrafik von Susanne Theumer ist die Fritz-Baust-Schau bis zum 22. September in der Gr. Steinstraße 57 zu sehen. Geöffnet werktags 13.30-18.30 Uhr.