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Geschrieben von: Peter Godazgar, Mitteldeutsche Zeitung   
Mittwoch, 20. Januar 2010 um 11:18 Uhr
HALLE/MZ. Galerist Thomas Zaglmaier ist sicher: Dieser Mann hätte nach dem Krieg ein gewichtiges Wort in der Kunstszene mitgeredet. Doch Helmut Ruhmer wurde 1945, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, eingezogen und musste an die Ostfront. Zwei Wochen später, am 29. Februar 1945, kam er dort ums Leben.

 

Die Galerie Stelzer und Zaglmaier darf es sich als Verdienst anrechnen, das Werk Helmut Ruhmers der Vergessenheit zu entreißen - seit dem Wochenende ist in den Räumen in der Großen Steinstraße 57 die erste posthume Ausstellung des im Jahr 1908 geborenen Malers zu sehen.

Ein Kreis schließt sich

 

Mit der Schau schließt sich in gewisser Weise auch ein Kreis, denn vor genau einem Jahr wurde bei Stelzer / Zaglmaier eine Schau mit Werken der damals 94-jährigen Bildhauerin Ingeborg Hunzinger eröffnet. Eben jene Ingeborg Hunzinger lernte Helmut Ruhmer 1939 in Italien kennen und lieben, wo Ruhmer als Stipendiat an der Villa Romana in Florenz und danach als Preisträger der Villa Massimo in Rom arbeitete. Einige von Ruhmers Werken lagerten nach dem Krieg lange Jahre in einem Kohlenkeller. Ingeborg Hunzinger verstarb im vergangenen Juli; die Idee zur Ruhmer-Schau entstand auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin.

Linien führen auch nach Halle

 

Es gibt aber auch weitere Halle-Bezüge in der Familie Ruhmer: Helmut Ruhmers Vater war evangelischer Pfarrer - unter anderem in der Saalestadt; Ruhmers jüngerer Bruder Eberhard studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie in Berlin - und in Halle.

 

Die neue Kabinettausstellung ist dem Künstler, Maler und Restaurotor Jochen Hass (1917-2000) gewidmet. Hass arbeitete zu DDR-Zeiten aus Konservator und Oberkonservator und schuf unter anderem Entwürfe für Glasfenstergestaltungen. Seine Leidenschaft zur Malerei wird nun in Halle dokumentiert.

 

Große Steinstraße 57, bis 2. März, montags bis freitags von 13.30 bis 18.30 Uhr.