| Geschrieben von: Detlef Färber, Mitteldeutsche Zeitung |
| Mittwoch, 09. Juni 2010 um 22:05 Uhr |
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HALLE/MZ. Die Weltgeschichte kriegt wohl doch ein Happy End. Welches, das sieht, wer Freitagabend bei der Vernissage der Ausstellung "Fußball - Kunst" ein Weilchen vor dem Werk des halleschen Objektkünstlers Andre Kestel verweilt. Die Entwicklung vom Niederen zum Höheren ist hier detailliert und buchstäblich ausgefeilt in Metall dargestellt: Vom gesenkten Blick unserer vierbeinigen Urvorfahren bis heute - das heißt bis Freitag - wenn die Welt bei der Fußballweltmeisterschaft wieder mal in unübertrefflicher Eintracht aufschaut zu den Helden der Kicker-Kunst und sich an der vorübergehend wichtigsten Hauptsache der Welt begeistert.
Kestels Evolution vom Faustkeil bis zum Fußball ist aber nur eine von knapp hundert Arbeiten, die 35 Künstler aus Halle und Umgebung bei Helmut Stelzer und Thomas Zaglmaier abgegeben haben. Die beiden Galeristen haben nämlich dankbar und kurzentschlossen die Idee von Halles genialem Grafiker Steffen Christophel aufgegriffen und eine thematische Sammelausstellung aus dem Hut gezaubert, wie es in Halle schon lange keine mehr gab. Dabei ist fast alles, was Rang und Namen hat in der hiesigen Kunst. "Es sind sogar noch mehr Künstler am Ball, als wir gehofft hatten", freut sich Galerist Zaglmaier. Selbst Uwe Pfeifer hat dem Ballspiel ein unverwechselbares Blatt gewidmet.
Karl-Heinz Köhler - bekannt vor allem durch unglaublich dynamische Bilder des Musizierens - hat eine besonders rasante Szene auf die Leinwand geworfen. Und man kann nur hoffen, dass die WM an Tempo halten wird, was Köhlers Bild verspricht. Einen Aspekt, der gerade bei Fußballweltmeisterschaften immer wichtiger wird, zeigen zum Beispiel Keramiken zum Thema "Fußballbraut" - gleichsam als etwas andere Antwort auf die nicht totzukriegende Frage, warum sich die Männer um Bälle ....
Der Dessauer Künstler Olaf Rammelt hat - als eine der Gäste beim Projekt - das Austragungsland Südafrika in den Blick genommen und ein aufregendes Fußballmatch zwischen den wilden Tieren der Savanne in Szene gesetzt. Vielleicht ist dieses Bild auch ein gutmütiger Fingerzeig darauf, dass beim Thema Fußball die Evolution womöglich doch ihre Grenzen hat.
Galerie Stelzer und Zaglmaier, Große Steinstraße 57. Vernissage: Freitag, 18 Uhr (mit WM-Übertragung). Geöffnet ist die Schau werktags von 13.30 bis 18.30 Uhr.
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