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Pressestimme: (PA) Michael Karlovski, Tatiana S...

Pressestimme: (PA) Karlovski, Skalko-Karlovska

Engel im Käfig

28.04.2004 17:08 Uhr | Aktualisiert 28.04.2004 17:25 Uhr
 

HALLE/AHA. VON KERSTIN GRINDA

Tatiana Skalko-Karlovski, eine zierliche Frau mit wachen großen Augen, arbeitet zu Hause. Sie zeichnet seit ihrem zehnten Lebensjahr und gestaltet in ihren Grafi ken europäische Themen mit traditionell chinesischen Mitteln. In ihren Malereien arbeitet sie mit Vergoldungen. In ihren Grafi kbüchern geben sich die verschiedenen Stile und Mittel von Seite zu Seite die Hand. „Es ist so wie in meinem Kopf“, sagt die 33-Jährige und fast entschuldigend. Sie studierte in Kiew Grafi kdesign, bevor sie ihrem Mann nach Halle folgte.

Obwohl in Deutschland glücklich und ohne Heimweh lebend, fühlt sie sich nach Asien hingezogen. Schon in ihrer Kindheit in der Ukraine begeisterte sie sich für chinesische Literatur. „China ist mein alter Traum. Diese absolut andere Art zu denken und die Ästhetik beunruhigen mich. Ich habe den Wunsch sie zu verstehen“, so die Ars Halensis-Preisträgerin von 1998, die schon für einige Zeit in China studierte.

In ihrem Aufbaustudium beschäftigt sie zur Zeit die Thematik des Paradiesgartens und der Vertreibung daraus. Dabei interessiert sie neben der Fundamentalität des Themas wohl auch aus eigener Erfahrung das Potenzial einer erzwungenen Veränderung: „Neuanfang und Krise können sehr produktiv sein, so wie Adam und Eva bei der Vertreibung aus dem Paradies eine Erweiterung erfahren, einen neuen Charakter bekommen.“ Über die Vor- und Nachteile einer „Künstlerehe“ befragt, sagt sie: „Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht. Es war einfach immer so.“ Ihr Mann Michael Karlovski schätzt die gegenseitige Beeinflussung. Der 35-Jährige besuchte wie seine Frau die Kunstakademie in Kiew, bevor er in Halle Bildhauerei bei Prof. Bernd Göbel studierte. In diesem Jahr wird er Stipendiat im Schloss Wiepersdorf sein.

Auch er arbeitet zur Zeit an einem biblischen Thema: der Schöpfungsgeschichte. Er bildet bronzene Paradiesäpfel, Adam, Eva und Engel. Er lässt kleine Engel im Käfi g fl iegen oder gibt ihnen Schmetterlingsfl ügel und hängt sie in eine Glasglocke. „Es macht mir Spaß, mit diesen Widersprüchen zu spielen: Kann man etwas einsperren, was man nicht halten kann, weil es ein geistiges Wesen ist?“ so der Ukrainer, der seinen Figuren durch statische, oft sogar symmetrische Kompositionen Ruhe verleiht.

Genesis Tatiana Skalko-Karlovski und Michael Karlovski Galerie Dr. Stelzer & Zaglmaier Große Steinstraße 57 8.Mai bis 25.Juni Mo bis Fr 13.30–18.30 Uhr Eröffnung: 8. Mai, 15 Uhr