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Pressestimme: (PA) Iris Band, Norbert Wientzkowski

Optimistin lebt ihren Spieltrieb kreativ aus

23.12.2005 20:00 Uhr | Aktualisiert 23.12.2005 20:26 Uhr

 

 

VON PETER GODAZGAR
Ein Gespräch mit Iris Band ist eine angenehme Sache. Die hallesche Malerin und Grafikerin entspricht so gar nicht dem möglicherweise ohnehin hinfälligen Klischee vom zerquälten, an sich selbst zweifelnden Künstler. Freundlich und fröhlich - so tritt sie einem entgegen.

 

HALLE/MZ. 

 

Man könnte sagen, Iris Band habe ja nun auch überhaupt keinen Grund zur Verzagtheit. Schließlich gehört sie seit langem zur ersten Garde der halleschen Künstler. Manchmal, sagt sie, wundere sie sich selbst darüber, wie viele Leute ihre Bilder kennen.

Andererseits sagt Iris Band: "Ich bin ein optimistischer Mensch" - und dieser Optimismus schlägt sich nicht zuletzt bei ihrer Herangehensweise an die leere Leinwand nieder. Leere Leinwände mag sie nämlich eigentlich gar nicht. Aber Iris Band hat da eine Art Grundvertrauen: "Es wird schon werden, irgendwie." Sie hat auch keine Sorge, dass ihr gar nichts einfällt. "Man kann mich irgendwo hinstellen, und ich mach was draus", sagt die 44-Jährige und lacht. Und: "Das ist das Schöne, dass ich noch dauernd Ideen habe."

Richtig bekannt wurde Iris Band mit ihren Städteansichten, jenen mosaikartigen Bildern, in denen sich das Auge des Betrachters problemlos verlaufen kann. Ja, sagt sie, sie sei durchaus stolz darauf, ihren ziemlich unverwechselbaren Stil gefunden zu haben, warum auch nicht?

Wie ein solches Bild entsteht, das - wen wundert's - kann sie "nicht restlos erklären". Das sei ja der Zauber am Ganzen. Am Anfang steht meist die Intuition: Aus dem Bauch heraus beklebt sie die Leinwand: mit Leinwandstücken, aber auch mit Fundstücken - Puzzleteilen und Schlüsseln, Wellpappe oder Eierschalen. Fast eine Art "Spieltrieb" stecke dahinter, sagt sie.

Im zweiten Schritt kommen Farben aufs Bild, auch dies geschieht noch eher intuitiv, weitere Farben folgen - und auf zauberhafte Weise entsteht etwas daraus. Ganz zum Schluss kommen die ganz feinen Linien hinzu. Iris Band wurde 1961 in Meißen geboren; ab 1980 studierte sie an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein; seit dem Diplom als Malerin und Grafikern, das sie 1986 ablegte, ist sie freischaffend in Halle tätig. Die Geburt ihres Sohnes 1987 und die ihrer Tochter 1991 markierten bestenfalls zwei kurze Pausen in ihrem Schaffensprozess.

Inzwischen malt Iris Band zunehmend freiere Bilder. Schön findet sie, wenn sie beides vereinbaren kann: das Reale und das Abstrahierende. Und sie malt stets parallel an verschiedenen Bildern. Der Wechsel hat auch praktische Gründe: Mitunter ist die Arbeit diffizil; dann steht Iris Band lange mehr oder weniger bewegungslos vor dem Bild. Die ersten Arbeiten an einer großen Leinwand bieten da einen angenehmen Ausgleich.

Iris Bands Arbeitsbedingungen sind wohl ideal; erst kürzlich ist sie in eine große Altbauwohnung am Rande des Paulusviertels umgezogen - und hat dort zweieinhalb Räume ihrer Kunst "geopfert". In ihrem Atelier stehen neben Büchern in hohen Regalen auch viele CDs, vor allem Hörbücher sind darunter. Und ein Schnellkurs Italienisch. Den hört Iris Band mitunter auch beim Malen. "Da bleibt komischerweise viel im Kopf hängen."

Werke von Iris Band zeigen derzeit die Galerien Stelzer und Zaglmaier (Große Steinstraße 57) und Zeitkunst (Kleine Marktstraße 4)