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Pressestimme: (KA) K. u. W. Alexander, D. Gilfert, T. Haufe

Hobby-Künstler Thomas Haufe

Klötzchen formen sich zu Wellen

16.02.2004 17:56 Uhr | Aktualisiert 16.02.2004 20:47 Uhr 
 
HALLE/KÖTHEN/MZ/SVO/WKL. 

Er bekam eines Tages von der Künstlerin Iris Band eine Staffelei geschenkt - seitdem malt Thomas Haufe mit Acryl und klebt und sägt - inzwischen schon seit fünf Jahren. Gegenwärtig ist seine erste Personalausstellung in der Gemeinschaftspraxis der Orthopäden Thomas Wuthe und Martin Thoma in Halle zu sehen.

Einer der Mediziner hatte mal bei einem Hausbesuch beim Patienten Haufe auch dessen Arbeiten entdeckt. Die Bilder von Thomas Haufe sind dreidimensional. Der Künstler selbst nennt sie "Klötzerbilder". Er gruppiert einfarbig bemalte runde oder eckige Klötzchen zu einer Aussage.

Seine beiden großen Werke "Im Ursprung der Welle" und "Quadratur der Kugel" sind übrigens Ergebnis von wochenlangen Berechnungen. Dabei versuchte Haufe, dafür eine Formel zu finden. Es ging darum, herauszufinden, wie lang die Seiten der Klötzchen sein müssen und in welchem Winkel sie zu der Grundfläche stehen, damit sie letzten Endes alle zusammen eine gewölbte Oberfläche ergeben. Das ist dem Künstler und Programmierer letzten Endes gelungen.

"An diesen zwei Bildern habe ich zum Beispiel 16 Monate gearbeitet", sagt Haufe. Und es hat sich gelohnt. Die Werke waren unlängst zum ersten Mal in einer Ausstellung der Galerie Stelzer und Zaglmaier zu sehen. An Ermunterung von professioneller Seite hat es nicht gefehlt für den Autodidakten, der seine aufwändigen Arbeiten mit viel Hingabe schafft.

Eine andere ungewöhnliche Gruppe von Bildern sind die "Aufgebrochenen". Eine graue strukturierte Schicht bricht auf, und darunter sind Rudimente und Schriftzeichen erkennbar. Nicht selten blitzt etwas Glitzerndes durch. Manchmal ist es die Suche nach einem besonders schillernden Bonbonpapier, die Thomas Haufe umtreibt.

In der Ausstellung ist deutlich sichtbar, wie sich der "Spätanfänger" in wenigen Jahren entwickelt hat. Anfänglich hatten die Acrylbilder noch eine recht plakative Aussage. Später verstand es Haufe, seine mathematischen Interessen mit dem Willen nach künstlerischer Aussage zu verbinden.

Das spiegelt sich auch in den Titeln wider, die scheinbar im mathematischen bleiben, aber weitere Assoziationsebenen nicht ausschließen. Haufes Liebe zu dem Material Holz ist groß, die nächsten Klötzchen-Bilder werden gerade berechnet. Die Ausstellung in der Gemeinschaftspraxis "Saaleklinik" in der Großen Steinstraße 57 in Halle dauert noch bis Ende April.

Bei der Verwaltungsgemeinschaft Weißandt-Gölzau wissen nur wenige Mitarbeiter, dass der EDV-Sachbearbeiter Thomas Haufe ein Hobby-Künstler ist. "Ich hänge die Sache nicht an die große Glocke", sagt Haufe. Will er seine Bilder demnächst auch in Landkreis Köthen ausstellen? Grundsätzlich schließt Thomas Haufe dies nicht aus.

Als Nächstes schwebt ihm aber erst einmal vor, einige seiner Werke im April bei einer Landeskunstausstellung zu präsentieren. Später könnte eine Schau in Anhalt möglich sein.

Im Netz: www.thomas-haufe.de