Margarete Wein - Das Felseneiland


Margarete Wein - Das Felseneiland

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Da war mal ein Großvater? Wenn der Marie in Halle besuchte, wanderten sie oft durch die Saalestadt. Er las ihr an malerischen Orten Märchen vor, in denen es Zwerge, Berggeister, Ritter, Osterfrösche und andre geheimnisvolle Wesen gibt. Verbotene Türen öffnen sich von allein, Flüche gehen in Erfüllung, Kröten und Bäume können sprechen, ein Zauberstab verzaubert sich selbst und der Schornsteinfeger nimmt zu guter Letzt eine Prinzessin zur Frau.
Großvater, der Lebenskünstler und Weltverbesserer, hat seine Märchen vor langer Zeit selbst verfasst. Die Enkelin hat sie bewahrt. Nun kann sie jeder lesen in diesem abwechslungsreich illustrierten Märchenbuch für alle, die gerne abtauchen aus der wirklichen Welt, um in Zauberbrunnen zu versinken.

Die Autorin
Margarete Wein, geb. Buchholtz, publiziert Lyrik und kurze Prosa, 2009 erschien der Lyrikband »ZeitDruck für Mußestunden«; sie lebt in Halle.

Pressestimmen

»Das Felseneiland von Margarete Wein ist ein Märchenbuch für (H)alle.«
Zachow, August 2011

»Ein zurückhaltend geschmückter Einband, der neugierig macht. Die Sprache lädt zum Vorlesen ein. Die Wortwahl ist einfach, die Sätze sind von klarer Struktur, die Aussagen leicht verständlich. Wie schwer das ist und wie selten, weiß nicht nur, wer selbst schreibt.«
Neues Deutschland, Bücher zum Verschenken (Beilage), November 2010

»Ein Märchenbuch für Erwachsene oder für Kinder? Ein Erwachsenenbuch für Kinder? Ein Buch für die Großen, um es den Kleinen vorzulesen? Das Felseneiland ist all das zugleich. Wundervoll poetisch gibt es dem Leser Zeit und Raum für die Erlebnisse in der realen Welt und für das Eintauchen in die Welt der Fantasie, mit der Prinzessin und mit einer sprechenden Kröte, mit Berggeistern, Zwergen und Rittern. Wer unbedingt wissen möchte, was Osterfrösche sind und was die so treiben, sollte nicht bis Ostern warten. Auch der Herbst ist bestens geeignet.«
eic-life.de, November 2010

Leseprobe
Endlich wurde es in der Mühle still, und wie er gehofft hatte, erschien die durchsichtige Gestalt auf dem Wasserrad und trat die Schaufeln wie in der vorvorigen Nacht. Thomas besah sich das eine Weile und schaute dabei die Gestalt genau an. So entdeckte er, dass ihr die rechte Hand fehlte.
»Das ist wirklich sehr merkwürdig«, dachte er, »ob ich nicht doch einmal versuche, mit diesem gespenstischen Wesen ins Gespräch zu kommen?« Er nahm allen Mut zusammen und rief aus seinem Versteck: »Hör mal, du auf dem Wasserrad! Wer bist du, und was machst du da?« Und sogleich bekam er zur Antwort: »Ich bin der Müllergeselle, der hier vor fünfzehn Jahren verschwunden ist. Ich bin damals auf dem regenglatten Brückensteg ausgerutscht und abgestürzt. Das Wasserrad hat mich zu Tode gerädert. Und weil der Fluss vom Regen übervoll war, hat er alle meine Gebeine mit sich weggeschwemmt. Nur meine rechte Hand wurde, weil ich mich in letzter Sekunde noch festhalten wollte, im Rad eingeklemmt und dort steckt sie immer noch. Darum finde ich keine Ruhe und muss jede Nacht drei Stunden in der Mühle arbeiten. Nur zwischen zwölf und eins darf ich versuchen, das Wasserrad anzuhalten und zurückzudrehen. Erst wenn meine Hand da herausfallen und vom Wasser weggespült werden kann wie alles Übrige, bin ich erlöst.«
Da trat Thomas aus seinem Strauch heraus und sah den armen Geist voll Mitleid an: »Du wirst das Wasser ableiten müssen, sonst bringst du das Rad niemals zum Stehen oder gar Rückwärtsdrehen«, sagte er. Noch immer ohne Unterlass die Schaufeln tretend, entgegnete der Geist des unglücklichen Müllergesellen: »Du hast gut reden. Mir aber bleibt Nacht für Nacht nur eine Stunde, danach muss alles wieder so aussehen wie zuvor. ?«
(aus »Die Mühle«)

 

Großvater Buchholtz und sein Märchenbuch
Mit Illustrationen von Ullrich Bewersdorff und von Schülern des Burggymnasiums Wettin

192 S., geb., illustriert
ISBN 978-3-89812-725-7

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